Delta Spirit, Norman Palm und Mystery Jets

Delta Spirit mit „History From Below”

Man wird das Gefühl nicht los, Delta Spirit schalten mit jeder Veröffentlichung einen Gang zurück. Landet ihre Debüt-EP „I Think I’ve Found It” noch in der Emo-Schublade, klettern Delta Spirit zwei Jahre später mit großen Schritten wieder raus - ihr Nachfolger „Ode To Sunshine” geht schon eher Richtung Indie mit leichtem Folk-Einschlag und hat mit seitengescheitelten Depri-Kids so absolut gar nichts mehr zu tun. Die Entschleunigung setzt sich auch auf ihrem neuen Album „History From Below” weiter fort. Indie-Gitarren dürfen nur manchmal aus dem Koffer - stattdessen dominieren Country-Riffs und auch eine Mundharmonika blitzt auf wie etwa im Song „Vivian”. Diesmal ist das Runterschalten durchaus noch mal geglückt. Hoffen wir nur an dieser Stelle mal, dass Delta Spirit nicht irgendwann zum Stillstand kommen….

Norman Palm mit „Shore To Shore”

Liebeslieder müssen nicht immer kitschig und schnulzig sein. Den Beweis tritt Norman Palm an mit seinem neuen Album „Shore To Shore”. Zur Erklärung: Der Berliner Singer Songwriter pflegt eine interkontinentale Fernbeziehung in Mexiko-City und reist darum immer wieder von „Shore To Shore” - also von Küste zu Küste. Anstatt sich in seinen Liedern vor lauter Herzschmerz an seine Akustikgitarre zu klammern, probiert er es lieber mit positiv klingenden, ruhigen Elektrosongs. Seinen leicht knödeligen Gesangsstil hat sich Norman Palm auch auf seinem zweiten Album bewahrt. Zum Glück. Denn nicht zuletzt sorgt dieser auch dafür, dass seine Liebeserklärungen selbst dann nicht schnulzig klingen, wenn dann doch mal die Akustikgitarre einsetzt.

Mystery Jets mit „Serotonin”

Der übliche Arbeits-Ablauf innerhalb einer Band ist im Grunde doch eigentlich der: Songs schreiben, Album aufnehmen, auf Tour gehen und die neuen Titel live spielen. Nicht so bei Mystery Jets. Die sind der Meinung, ihre Songs sind erst dann richtig rund, nachdem sie ein paar Mal auf der Bühne gespielt wurden. Also startet man ein kleines Experiment und geht vor der Veröffentlichung des neuen Albums „Serotonin” erstmal auf Minitour. Ausschließlich in Berlin tingeln die Londoner unter dem Pseudonym „The Crystal Wolf Hunters” durch diverse Clubs und spielen ohne vorher Werbung zu machen ihre neuen Songs vor einer Hand voll Leuten. Die sind begeistert von der Mischung aus New Wave und Indie-Disco. Experiment geglückt und die Mystery Jets können ruhigen Gewissens ins Studio gehen. Das Ergebnis heißt „Serotonin” und steht nun endlich geprüft und für gut befunden in den Läden.

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02.07.2010

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