Maximo Park, Rubik, Mitte Kill, Conor Oberst And The Mystic Valley Band, Junior Boys

Neue Woche - neue Platten. So ist das Leben. Fünf Stück haben wir für euch rausgesucht und mal genauer hingehört - hier unsere Einschätzung:

Maximo Park – Quicken The Heart

Für Album Nummer Drei schnappten sie sich den Produzenten von Nick Cave. Von Schwermut allerdings keine Spur. Immer noch beflügeln ihre Songs das Herz. Sie „Quicken The Heart“. Und so heißt denn auch ganz passend das neue Album von Maximo Park. The Cure-Ismen gibt es wieder reichlich und auch der Glanz von The Jam schimmert immer noch gut poliert durch. So gesehen bleiben die 5 Briten ganz bei dem, was sie können, die musikalische Avantgarde sollen mal lieber andere mimen. Herausragend wie immer: Die Texte von Chefdenker Paul Smith. Ein Song wie „Let’s Get Clinical“ mit seiner ansexualisierten Wortwahl würde bei anderen Bands nach Bumms-Falera klingen, doch Smith weiß sich natürlich wieder mit reichlich Raffinesse zu helfen. Etwas „dirty“ sei also der Song ausgefallen, verweist aber auf eher nackte Tatsachen für die Zielgruppe FSK 6: Von entblößten Fußgelenken ist die Rede.

Rubik - Data Bandits

Oft war man kurz davor, dass Ding in die Ecke zu schleudern. In den achtziger Jahren stand der Rubik-Zauberwürfel erst in den Läden, dann in den Jugendzimmern, schließlich auf den Schreibtischen von Professoren. 350 Millionen mal verkaufte sich das Knobelspiel, geriet dann aber eine bisschen in Vergessenheit. Bis diese vier Finnen 2007 mit ihrem Debütalbum „Bad Conscience Control“ den Würfel wieder aus der Versenkung holten: Rubik nennt sich das Quartett, das genauso vertrackt, vielseitig und farbenfroh klingt, wie der Knobelwürfel aussieht. Auf ihrem neuen Album „Dada Bandits“ mischt das Vierergespann Post-Rock mit psychedelischen Klängen, erinnert damit ein bisschen an die dänische Alternative-Band Mew. Passt alles, von kniffliger Puzzlearbeit keine Spur.

Mitte Kill - You Are Home

Elektronische Klänge und darüber Sprechgesang. Sofort hat man Bilder vor Augen, wie die Band dazu rüber kommen will: Auf der Nase Supersize-Sonnenbrillen, am Oberkörper Netzshirts, in den Händen zerbeulte Laptops. Doch das Duo Mittekill will bei der dauergrassierenden glossy Crazyness gar nicht mitmachen. Stattdessen gibt es auf ihrem Debütalbum „You Are Home“ Stinkefinger, Kiezromantik, Slackertexte. Im Gegensatz zu den meisten Veröffentlichungen in der Sparte „Tech-Rap“, zitieren die beiden Wahlberliner nicht Justice und sämtliche Ed-Banger-Combos in der Endlosschleife, sondern bedienen sich bei Minimal-Techno und lassen hin und wieder ausgeschlachtetes Elektro-Equipment aufheulen.

Conor Oberst And The Mystic Valley Band - Outer South

Anfang 2008 konnte er das Weiß nicht mehr sehen. Der US-Bundesstaat Nebraska war eingeschneit, Frühling alles andere als greifbar. Der Bright-Eyes-Sänger Conor Oberst wollte nur noch weg, steuerte aber nicht etwa Portland, New York oder Seattle an, sondern: Tepoztlan in Mexiko. Er scharrte fünf Freunde um sich, mietete im abgelegenen Valley Místico (Betonung auf Mi) ein verlassenes Haus und machte ein bisschen Musik. Seine von Blues und Country inspirierten Songs, gefielen ihm so gut, dass sich der Indie-Papst entschied, aus dem kleinen Zeitvertreib sein neues Lieblingsprojekt werden zu lassen. Seinen Kumpels verpasste er den Namen „Mystic Valley Band“ und in El Paso, Texas nahm er mit ihnen das Album „Outer South“ auf. Weiter weg von Bright Eyes klang Conor Oberst noch nie. Wenig Gefühlsduselei, dafür umso mehr Anleihen bei der US-Südstaaten-Musik.

Junior Boys - Begone Dull Care

Tanzende Klavierakkorde treffen auf bunte Farbspiele, und zwar im Animationsfilm „Begone Dull Care“. 60 Jahre der Achtminüter schon auf dem Buckel, großer Beliebtheit erfreut er sich aber immer noch. Zumindest in den Kreativpausen des kanadischen Duos Junior Boys. Ihr neues Album haben sie nämlich nach dem kleinen Farbespektakel genannt. Mit „Begone Dull Care“ sind die Synthiepopper aber keineswegs unter die Filmkomponisten mit Hang zu Drama, Chor und Streichern gegangen. Ihre Songs zappeln immer noch ungelenk hin und her, das allerdings nicht mehr ganz so waghalsig wie auf dem Vorgängeralbum. Synthiepop mit Singer/Songwriter-Ästhetik. Anders gesagt: großes Kopfkino.

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08.05.2009

Die neuen Alben
01. Mai 2009

Auch im Podcast.

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