Ok Go, Tindersticks, Get Well Soon, White Rabbits, Owen Pallett

Ok Go mit “Of The Blue Colour Of The Sky”

Durch ein spektakuläres Video auf Youtube wurden sie zum Internet-Hype. 2006 zeigten sich Ok Go auf Laufbändern mit einer halsbrecherischen Choreographie. Der Clip zu „Here It Goes Again” wurde zum Onlineschlager und bekam 50 Millionen Klicks. Jetzt ist Studioalbum Nummer 3 erschienen „Of The Blue Colour Of The Sky”. Die früheren College-Rock-Tage sind darauf allerdings gezählt. Ok Go scheinen in der Zwischenzeit die eine oder andere Prince Platte aufgelegt zu haben. Denn Sänger Damian Kulashs Stimme rangiert einige Etagen höher als früher und wird von 80er Jahre Sounds getragen.

Tindersticks mit „Falling Down A Mountain”

Sie sind DIE Vorzeige-Dandies der britteschen Musikszene. Tindersticks gehen fast ausschließlich im Anzug auf die Bühne und geben Interviews so eloquent wie nur möglich. Ihre konsequenten Auftritte ziehen sich allerdings durch bis ins Songwriting. Tindersticks widersetzen sich erfolgreich jeglichen Hypes und Strömungen und setzen auch auf ihrem 8. Album auf jazzig-swingende Songs. „Falling Down A Mountain” entstand in gleich zwei Studios in Belgien und Frankreich und überrascht mit einem besonderen Gast. Die kanadische Sängerin Mary Margaret O’Hara leiht ihre Stimme, was sie bisher nur für Morrissey und Tom Waits getan hat.

Get Well Soon mit „Vexations”

Mit seinem Debüt “Rest Now, Weary Head! You Will Get Well Soon” gelang ihm, was lange kein deutscher Künstler mehr geschafft hat: Internationale Huldigung.
Klar, dass jetzt natürlich alle auf den zweiten Paukenschlag von Get Well Soon warten. „Vaxations” heißt das zweite Album aus der Feder Konstantin Groppers und damit begegnet er dem Erwartungsdruck mit Schwermut. Get Well Soon schaffen eine drückende Atmosphäre durch epische Streicher, melancholische Melodien und ausgeklügelte Instrumentierung. Bläser und Orchester harmonieren perfekt und schweben von einem Höhepunkt zum nächsten. Klingt ganz danach, als würden weitere Lorbeeren nicht lange auf sich warten lassen.

White Rabbits mit „It’s Frightening”

Manchmal wirkt es so, als denken Plattenfirmen, dass gute Platten noch besser werden, wenn sie erst mit reichlich Verspätung in anderen Ländern erscheinen. Beispiel gefällig? Ok: White Rabbits! Deren umjubeltes und hochgejazztes zweites Album „It’s Frightening” erschien in den USA schon im Mai letzten Jahres. Bevor also die schwül-heißen Nächte losgingen und die Hipster-Brut in der Sonne brutzelte, wurde der Soundtrack für sämtliche Aktivitäten im Freien schon mal frei Haus geliefert. Seitdem sind jetzt fast neun Monate vergangen, eine komplette Schwangerschaft durften die Songs noch mal mit reichlich Hype und Zuspruch aufgepeppelt werden, um endlich jetzt auch hier offiziell zu erscheinen. Und ja, das Potpourri aus Mod-Rock, The-Strokes-Zitat und New-Yorker-Slacker-Pop schimmert noch schöner als im Mai letzten Jahres. Manchmal haben Plattenfirmen also doch Recht!

Owen Pallett mit “Heartland”

Brüche im Lebenslauf sind ja per se sympathisch. Owen Pallett beispielsweise ist leidenschaftlicher Violin-Spieler und schließlich gründet er die Experimental-Band Final Fantasy. Bis hierhin klingt erst mal alles nach Bildungsbürgertum mit den Buzzwords: Violine und Experimental-Band. Dass er seine Band aber nach einem angekitschten Computerspiel benannte und das letzte Album der Band „He Poos Clouds”, zu Deutsch: „Er kackt Wolken” nannte, hat dann doch wieder etwas angenehm Bodenständiges. Mit „Heartland” erscheint jetzt ein neues Werk des 20-jährigen, den Bandnamen Final Fantasy hat er allerdings ad acta gelegt, sein bürgerlicher Name, nämlich Owen Pallett soll’s jetzt richten. Gemäß der alten Violin-Leidenschat hat er auch mal eben alle Orchestersätze selbst geschrieben und arrangiert. Die Harmonie bricht er allerdings selbst wieder uns singt hier und da bewusst schräg darüber.

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22.01.2010

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