
Aus dem Halbdunkel heraus operieren sie. Oder vielmehr: Jimmy LaValle tut es. Der Name dürfte jetzt nicht so vielen bekannt sein, obwohl er doch eigentlich so etwas ist wie der Josh Homme des US-Avantgarde-Rock-Betriebs. Überall die Finger drin, überall streut er seine Ideen, nur das eben am liebsten anonym. So stand er zum schon bei einer handvoll Bands auf der Bühne, unter anderem bei den kalifornischen Hardcore-Aufmischern Swing Kids oder auch den vermummten Krachmachern The Locust. Den meisten Input allerdings, den liefert er für seine eigene Band The Album Leaf. Und das übrigens schon seit mehr als zehn Jahren.
Klang das erste Album der Band, das 1999 erschienene „An Orchestrated Rise to Fall” noch sehr post-rockig und erinnerte eher an das Hobby einiger Kunst-Studenten, so verlagerte sich in den letzten zehn Jahren das Klanggerüst der Band vollständig - hin zu Folk, Indietronic und eher zurückhaltendem Rock. Das Resultat: Eine perfekte Mischung fürs Fernsehen. Denn von „O.C. California” über „CSI Miami” bis hin zu „Grey’s Anatomy” - man reißt sich um die atmosphärischen Songs des Quintetts. Bevor jetzt allerdings ein falscher Verdacht aufkommt: The Album Leaf sind alles andere als Snow Patrol für Arme. Sondern machen eben die Musik, zu der sich auf der Mattscheibe einfach reichlich Gefühle ausleben lassen.
Mit “A Chorus of Storytellers” erscheint nun das 5. Album des Quintetts aus dem kalifornischen San Diego. Den Durchbruch inklusive Bravo-Poster und Vorband-Slot im Stadion werden The Album Leaf auch damit nicht schaffen. Man muss allerdings auch direkt hinterher schieben: Das will die Truppe vermutlich auch überhaupt nicht. Lieber werkeln sie aus dem Halb-Untergrund - mit einem gelegentlichen Gast-Slot in einer der weltweit abgefeierten Serien…
Das war das MotorFM Ohrspiel mit Jimmy LaValle von The Album Leaf. Nächste Woche blicken wir in die Playlist der Fehlfarben. Zu Gast ist Peter Hein.

















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